Donnerstag, 24. November 2011

Alltagsfreuden: Das Gefühl von Oma im Herzen

In der Drogerie traf ich heute eine bezaubernde kleine Oma. Sie stand vor mir an der Kasse und ich empfand schon unheimlich Sympathie für sie, als sie ihre Ware aufs Band legte.
Kleine Schokoladenweihnachtsmänner, zwei Teddys, ein paar Bücher für die ganz Kleinen. Dies alles so voller Behutsamkeit, dass mir einfach nur warm ums Herz wurde.

Die Kassiererin sah all dieses Behutsame und Bedächtige nicht, sie drängte sie und wurde sogar ein wenig unfreundlich, als diese nette alte Dame ihr nicht sofort diese olle Plastiktüte zum scannen gab.
Mir klemmte das Herz und ich hoffte, dass sie sich bei meiner Ware beeilen möge, denn die alte Dame stand nun sichtlich überfordert am Ende des Bandes und der, vorab so behutsam, hingelegte Schokoladenweihnachtsmann fiel auf den Boden. Ich hob ihn fix auf und reichte ihn ihr mit einem Lächeln.

Endlich war ich an der Reihe. Schnelle wurde bezahlt und noch schneller verstaut.
Endlich konnte ich der Oma richtig helfen, ich bat sie darum, dass ich ihre Tüte einräumen dürfte.
Das Glück, welches sie auf Grund dieses Angebots empfand, stand ihr in den Augen. Sie sagte immer wieder wie sehr sie sich freuen würde, dass das alles doch so viel wäre und dass es so selten Menschen gäbe, die helfen würden.

Zusammen packten wir also, neben dem drängelndem Schub der Ware einer nächsten Kundin, ihre Tasche. Die Teddys durften in ihrer Handtasche Platz nehmen, der Rest kam in die Tüte.

Den Einkaufswagen schob ich zu den anderen zurück und gemeinsam verließen wir all den Stress.
Draußen bat ich sie, sie doch noch ein wenig begleiten zu dürfen. Die Tasche war unheimlich schwer und ich konnte sie so nicht gehen lassen. Auch hier wieder das pure Glück in ihren Augen.

Ich begleitete sie zum nächsten Laden, brachte sie hinein und dann trennten sich doch unsere Wege, sie wollte noch ein wenig Zeit in diesem kleinen Laden verbringen und hatte danach einen anderen Weg.
Also ging ich auch. Mit schwerem Herzen, ich hätte sie gern bis zum Bus begleitet, aber sie sagte, dass alles gut wäre und ich gehen soll.

Ich schaute noch einmal heimlich durch das Fenster zurück. Sie saß dort auf einem Stuhl und lächelte ohne jemand bestimmten damit zu meinen.

Und ich lächelte wieder heimlich durch das Fenster zu ihr.

Manchmal braucht es zum ganz großen Glück nur ganz wenig. Und ich war unheimlich glücklich.

Kommentare:

  1. das ist wirklich sehr sehr nett von dir gewesen :):) mich ärgert es auch immer sehr wenn verkäuferinnen unfreundlich sind bei offensichtlich überforderten älteren Menschen :(

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  2. Jeden Tag eine gute Tat! Find ich klasse! :-)

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  3. Das ist so schön, liebe Franzi, mir wird ganz warm um's Herz. :-)

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  4. Da ich ja schon sehr oft mit Verkäuferinnen überfordert bin, finde ich deine Geschichte sehr sehr schön.

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  5. Weihnachtlich trifft es wirklich, das war gestern auch richtig weihnachtlich. :)

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  6. Ach wie schön.... Danke!

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  7. Das ist "Himmel auf Erden", so ein Moment, denk ich manchmal. Wie schön, dass du ihn hier teilst! Alles Liebe. maria

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  8. Das ist schön, ich find die ganze Hetzerei auch ziemlich nervig und anstrengend. Und es ist so leicht, jemandem eine Freude zu machen, einfach, in dem man ihnen Beachtung schenkt!

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  9. ja, auf der Hetze nach dem Glück, vergißt man allzu oft, es ist in sovielen kleinen Dingen zu finden, es braucht sowenig dazu!
    danke für's dran Erinnern und Dein schönes Erlebnis!

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  10. Sehr sehr schön geschrieben, Deine Geschichte hat mich wirklich berührt. Ich konnte die sympathische ältere Dame wirklich vor mir sehen :-) Gut, dass einen immer mal wieder erinnert, dass es mit ein bisschen weniger Hetzerei und mehr Freundlichkeit viel besser geht! LG Kirsten

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  11. ... man sieht nur mit dem Herzen gut... fällt mir da ein. Schön!

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  12. Wäre ja soooooooooooo toll, aber manche Dinge macht man einfach und redet nicht darüber. Mir wird grad schlecht, echt. Willst du uns damit zeigen, was für ein neeeeetter Mensch du den bist? Sorry, fail.

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  13. Es ist furchtbar feige, so etwas anonym zu schreiben. Keinen Mut zu haben zu seiner Meinung zu stehen.

    Und nein, ich will nicht zeigen, was für ein ach so guter Mensch ich bin. Ich wollte diese Geschichte einfach erzählen, weil es mich glücklich gemacht hat.

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  14. Vielen Dank für diese schöne Geschichte. Jetzt gehe ich gleich mit einem Lächeln zum Einkaufen.
    LG Alruna

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  15. Manchmal bedarf es nur einer kleinen Geste und etwas Aufmerksamkeit um einem Menschen eine große Freude zu machen!

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  16. Ach wie süß du das erzählst! Herzallerliebst! Ganz bezaubernd...
    Liebe Grüße Juliane

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  17. Ich finde die Geschichte auch sehr schön.
    Ich hoffe, dass meine Omas auch so netten Menschen begegnen.
    Schön, das man sich auch noch an kleinen, immateriellen Dingen erfreuen kann...

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